Ich lade dich auf ein Abenteuer ein

Die Hände werden feucht. Innerlich fängt alles an zu kribbeln. Der Bauch zieht sich ein wenig zusammen. Ein Lächeln tritt auf die Lippen. Eine Mischung aus Nervosität, Vorfreude und Angst machen sich im Körper breit. Adrenalin fließt durch den Körper. Ich liebe und hasse das Gefühl. 

„Mit einem außergewöhnlichen, erregenden Geschehen verbundene gefahrvolle Situation, die jemand zu bestehen hat“

Dies ist die Bedeutung des Worts Abenteuer, wenn man Google befragt. Kein Wunder, dass es sich so anfühlt, wie oben beschrieben, wenn ein neues Abenteuer bevorsteht. Man weiß nicht so genau, was einem bevorsteht und vor allem weiß man nicht, wie es am Ende ausgeht. Ich denke gerade das ist es, was für viele an einem Abenteuer so reizvoll ist. Unbekannte Wege gehen und schauen, was passiert. Allerdings ist es von unserem Körper schon auch ziemlich intelligent, uns mit bestimmten Reaktionen eine Rückmeldung zu geben, dass das ein oder andere Abenteuer vielleicht keine so gute Idee ist. Immerhin sollen wir ja überleben und nicht aussterben. Dahingehend finde ich es tatsächlich sehr spannend, wie unterschiedlich wir Menschen so sind, was das Thema Abenteuer betrifft. So gibt es ja Menschen, die es lieben und fast schon süchtig nach dem Gefühl des Abenteuers sind, quasi Adrenalin Junkies. Auf der anderen Seite stehen die Menschen, die das Abenteuer verabscheuen und am liebsten immer alles unter Kontrolle haben. Und dennoch, gibt es auch Menschen, die irgendwo dazwischen stehen. Menschen, wie mich. 

Ich würde sagen, das ein oder andere Abenteuer habe ich in der Vergangenheit definitiv schon erlebt und würde sagen, meine Tendenz ist vielleicht auch eher in Richtung der Gruppe Menschen, die ein Abenteuer lieben. Alles fing wohl an mit dem Jahr in Kanada, alleine nach dem Abitur. Danach reihten sich weitere Abenteuer: 2 Monate alleine nach Indien zum Praktikum, Auslandssemester in Krakau, Wanderung auf dem Jakobsweg, Alpenüberquerung, Fernreisen, die eigentlich immer mit actionreichen Aktivitäten verbunden sind und nicht zuletzt auch das Abenteuer Femme Famos. Allein der Gedanke an das Erlebte und der Wunsch nach einem neuen Abenteuer lässt mich mit den Hufen scharren, wie Indiana Jones vor seiner nächsten Expedition. Allerdings muss ich auch zugeben, so ein Abenteuer bringt ja nicht immer nur tolle Emotionen mit sich. Angst vor dem Ungewissen steckt schon auch immer mit drin. Auch auf die Gefahr hin, jetzt komisch zu klingen (ich weiß, ich bin jetzt nicht uralt), aber ich merke, dass mir, je älter ich werde, das Überwinden dieser Angst und das tatsächliche Umsetzen des Abenteuers immer schwerer fällt. Ob es wohl daran liegt, dass ich neben den tollen Abenteuern auch schon erlebt habe, dass ein Abenteuer auch mal nicht so gut ausgehen kann? Oder vielleicht liegt es auch an den immer präsenten negativen Schlagzeilen, die man im Prinzip täglich mitbekommt. Ein anderer Aspekt könnte auch sein, dass ich in meinem Leben vielleicht nun an einem Punkt bin, wo ich mehr zu verlieren habe als früher. Vielleicht. Genau wissen tu ich es nicht. Schätzungsweise ist es wohl eine Mischung aus all dem und vermutlich auch aus meiner Herkunft und Veranlagung. Meine Oma, bei der ich als Kind im Prinzip viel aufgewachsen bin, war ein sehr ängstlicher Mensch. Das ist also wohl auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Wie bereits erwähnt, ist ein gewisses Maß an Angst ja auch ziemlich gesund und von daher auch völlig in Ordnung. Allerdings kann sie einem so ein Abenteuer aber auch ganz schön verhageln.

Es war einmal vor zwei Jahren…

Vor zwei Jahren, als die Welt noch in Ordnung war, hatten mein Mann und ich eine Reise nach Bali geplant. Wir freuten uns schon sehr auf die Auszeit und natürlich darauf auch das ein oder andere Abenteuer zu erleben, während wir die Insel erkundeten. Um gewisse Gesundheitsrisiken zu minimieren hatte ich mir einen Termin bei meiner Hausärztin gemacht, um eine Hepatitis A Impfung aufzufrischen. Allerdings war ich damit in der Tat auch schon etwas spät dran, aber noch im Rahmen. Ich hatte gerade meinen Job gewechselt und dadurch vergessen den Termin zu machen. In der Vorbereitung auf den Urlaub hatte ich im Reiseführer auch von der Tollwutimpfung gelesen. Allerdings habe ich auch gedacht „Ach Quatsch, als wir in Thailand waren, hatte die Hausärztin davon abgeraten, das ist ja bestimmt ähnlich.“ Der Termin bei der Hausärztin kam, ich bekam die Impfung, die ich wollte, aber meine Ärztin stellte auch die Frage, was denn mit der Tollwutimpfung sei. Ich erklärte ihr meinen Gedankengang, den sie leider nicht ganz bestätigte. Allerdings ergänzte sie auch, dass es jetzt eh zu spät für die Impfung sei, da sie nicht mehr rechtzeitig wirken würde. Naja, ich hab mir erst Mal nichts weiter gedacht. Allerdings dann abends auf der Couch angefangen darüber nachzudenken und zu recherchieren. Meine Gedanken kreisten „Oh Gott, Hunde übertragen das, aber das scheint einigermaßen sicher zu sein. Aber auch Affen übertragen es!“ „Oh Gott, damals in Thailand sind wir doch einem Affen begegnet. Der war ganz schön fies und hat uns fast angesprungen. Und in Indien war auch eine Situation mit einem Affen, die eher unerfreulich war.“ „Toll…wenn ich in Bali bin, werde ich garantiert von einem Affen angefallen und sterbe an Tollwut!“ Naja und so ging es weiter. Quasi eine Woche lang am Stück bis zum Tag unseres Abflugs. Mein Mann und Freunde beruhigten mich. Tatsächlich wurde es besser, aber ganz weg war die Angst nicht. Was dazu führte, dass wir uns den „Monkey Forest“ in Ubud nicht anschauten und einen riesen Bogen darum machten. Heute finde ich es schade und denke, dass ich es vielleicht doch gerne gesehen hätte. Meine Angst damals hielt mich aber davon ab und ich vermute auch heute würde ich ohne eine Impfung nicht da rein marschieren. Ist ja auch in Ordnung. Allerdings hätte ich diese Woche Panikschieben absolut nicht gebraucht, da es mir den Urlaub zwar nicht versaut hat, aber 100% unbeschwert war ich nicht und um die ein oder andere neue Erfahrung hat es mich auch gebracht. 

Ich möchte ein Vorbild für Abenteuerlust und Mut sein 

Nach dieser Erfahrung würde ich mich jetzt wohl eher in die Gruppe der Abenteuer meidenden Menschen einsortieren. Aber das will ich gar nicht, da ich mich selbst eigentlich nicht so sehe und schon gar nicht so sehen möchte. Rückblickend hat mich nämlich jedes meiner Abenteuer dahin gebracht wo ich jetzt bin. Ich bin an ihnen gewachsen, habe mich persönlich weiterentwickelt, meinen Horizont erweitert und bin dadurch zu dem Menschen geworden, der ich bin. Die Abenteuer waren ein wichtiger Teil auf der Entdeckungsreise zu meiner Famosität. Jedes der Abenteuer hat dazu beigetragen, dass ich mich besser kennengelernt habe und meine Famosität heller leuchtet. Das will ich nicht missen und nicht hergeben. Gerade auch mit dem Gedanken an ein Abenteuer, was in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft auf mich wartet (ein Kind in diese Welt zu bringen), steigt das Bedürfnis in mir meine Abenteuerlust auszuleben und mich nicht von meiner Angst leiten zu lassen. Nicht, weil ich glaube, ein Kind würde mir diese nehmen oder mich einschränken, sondern vielmehr, weil ich ein Vorbild sein möchte. Mein Kind soll die Welt entdecken wollen, neugierig sein und den Mut haben Neues zu wagen, um die eigene Famosität immer wieder zum strahlen zu bringen. Genau das möchte ich vorleben (natürlich mit einem gesunden Maß an Vernunft). Dazu gehört es eben auch manchmal seine Angst zu überwinden und sich nicht in sie rein zu steigern. Wie mit allem glaube ich, dass man auch das üben kann. Deswegen committe ich mich jetzt zu einer #AdventureChallenge. Bis zum Ende unseres Themas Ziele werde ich mich jede Woche einem Abenteuer stellen und was Neues und Unbekanntes wagen. Dazu werde ich euch dann bei Instagram mitnehmen. 

Wollt ihr mich dabei begleiten? Oder vielleicht selber mit machen? Teilt gerne eure Gedanken in einem Kommentar oder wie immer auch gerne per Mail direkt an mich. 

Eure Nathalie

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