Auch im Regen kann man tanzen

Mensch, das fing ja schon mal gut an mit meinem neuen Artikel. Mein Plan: ein Artikel zum Thema Entscheidungen zu schreiben. Leider konnte ich mich nicht mal dafür entscheiden, wie ich diesen Artikel beginnen möchte. Drei Zeilen geschrieben, drei Zeilen gelöscht, vier neue geschrieben, vier wieder gelöscht. Naja, aber so ist das wohl mit den Entscheidungen: es gibt meist etliche Optionen, die eine augenscheinlich besser, als die andere. Dieses Für und Wieder kann dann schnell zu Stress führen, weil man das Gefühl hat nicht zu wissen, welche die vermeintlich richtige Entscheidung ist. In meinen Augen liegt aber hier bereits der Hund im Pfeffer begraben. Die Suche nach der perfekten Entscheidung ist die Ursache, warum viele sich vom Entscheidungstreffen gestresst fühlen. Natürlich wollen wir alle das bestmögliche Ergebnis erzielen und möglichst nur positive Konsequenzen einer Entscheidung erleben. Wir leben jedoch in einer sehr komplexen Welt, in der viele Faktoren in jede Entscheidung mit reinspielen, so dass es meistens nicht eindeutig ist, was zu einem positiveren Ergebnis führt. Nicht zuletzt macht uns die große Auswahl, die uns zur Verfügung steht, das Ganze auch nicht viel leichter. Im Rahmen eines Working Out Loud (WOL) -Circles speziell unter dem Motto #FrauenStärken, beschäftige ich mich gerade selber auch mit dem Thema Entscheidungen und wie ich diese besser auf Basis meiner persönlichen Werte treffen kann. Gerne möchte ich meine bisherigen Erkenntnisse mit euch teilen. 

Unterschiedliche Optionen sind nicht zwangsläufig besser oder schlechter, sondern einfach nur unterschiedlich 

Wie ich bereits feststellte, gibt es bei Entscheidungen oft komplexe Aspekte, die es sich lohnt mit einzubeziehen. Je „größer“ die Entscheidung ist, umso mehr Aspekte haben Einfluss auf die Entscheidung. Die größte Angst von uns Menschen ist wohl, etwas zu übersehen und damit die falsche Entscheidung zu treffen und einen finanziellen Schaden zu erleiden, jemanden zu verletzen oder etwas zu verlieren. Daher ist es ganz klar, gewisse Entscheidungen, sollten nicht innerhalb von Sekunden oder Minuten getroffen werden. Hier ist das abwägen von Optionen wichtig. Dabei ist es hilfreich die einzelnen Optionen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Eine klassische Pro und Contra Liste schadet hier sicher nicht und kann schon mal helfen, über die einzelnen Optionen einen Überblick zu bekommen. Im Idealfall wird durch das Anwenden einer solchen Methode recht schnell deutlich, welche die Entscheidung ist, die du wählen möchtest und solltest, weil alles daraufhin deutet, dass sich deine aktuelle Situation durch die Entscheidung verbessert. Manchmal, – und gerade das sind die Entscheidungen, die dich vermutlich am meisten stressen – halten sich Vorteile und Nachteile die Waage. Die perfekte Lösung, nach der viele von uns streben, liegt in solchen Fällen also nicht ganz offensichtlich auf der Hand. In solch einer Situation hat es mir in den vergangenen Wochen geholfen, Optionen wertfrei zu betrachten. Denn sind wir mal ehrlich, wenn wir mit anderen Menschen über die Entscheidungssituation sprechen, kommt es häufig vor, dass wir auch unterschiedliche Meinungen bekommen. Das bringt uns also auch nicht weiter. Aber es ist ja auch nur natürlich, jeder Mensch hat einen anderen Blick auf die Dinge und bringt seine eigene Realität mit ein. Betrachtest du Optionen also einfach nur als Option und nicht als gute oder schlechte, nimmt das den Druck die perfekte Lösung zu finden. 

Keine Entscheidung zu treffen ist auch eine Entscheidung  

Die erste Erkenntnis führt mich auch gleich zu meiner zweiten Einsicht zu dem Thema. Abwägen von Entscheidungsoptionen ist wichtig und auch die Analyse, welche Konsequenzen die jeweilige Entscheidung hat, ist essentiell. Sicherlich ist es auch hilfreich Hirnschmalz aufzubringen und zu sehen, welche anderen Optionen, abgesehen von der Offensichtlichsten, es noch gibt. Zuviel davon, kann aber auch zu Steifheit führen, so dass du eine Entscheidung lange vor dir her schiebst. Wenn du dann nicht aufpasst kann es passieren, dass dir die Entscheidung abgenommen wird z.B. wenn du zu lange überlegst den neuen Job anzunehmen, dann wird halt die andere Kandidatin eingestellt. Tatsächlich ist daher in meinen Augen eine Nichtentscheidung immer noch eine Entscheidung. Man entschließt sich dazu, das Ergebnis und die Wahl in die Hände andere zu legen. Auch das kann durchaus manchmal hilfreich sein. Führt aber in meinen Augen häufiger zu Unzufriedenheit, als zu Zufriedenheit. Daher, sei dir bewusst, wenn du keine Entscheidung triffst, heißt das immer noch, dass du eine triffst. 

Hör auf deinen Bauch 

So abgedroschen es klingen mag, dein Bauch ist in der Regel dein bester Kompass, welche Option für dich die richtige sein könnte. Natürlich hilft es, Fakten gegenüber zu stellen und Dinge rational zu betrachten. Dein Bauch sieht aber in der Regel mehr als dein rationales Denken. Das Bauchgefühl ist nämlich dein Unterbewusstsein, welches mit dir kommuniziert. Im Unterbewusstsein werden Abermillionen Eindrücke und Daten gespeichert, die dein Hirn nicht immer vollständig abrufen kann, dein Unterbewusstsein aber schon. Dein Bauch kommuniziert allerdings anders mit dir. Dein Hirn schickt dir Zahlen, Daten und Fakten, die du klar gegenüberstellen und vergleichen kannst. Dein Bauch sendet dir Gefühle und Emotionen, die manchmal auch ziemlich diffus sein können und auch von den rationalen Erkenntnissen abweichen können. Gerade dann wird es verwirrend. Mein Tipp und meine Erkenntnis: Kannst du nicht genau verstehen, was dein Bauch dir sagt, nimm dir Zeit und einen ruhigen Moment, um genau hinzuhören, dann wird er dir sage, was für dich die richtige Entscheidung ist. 

Auch im Regen kann man tanzen

Wir stellen also fest: um Stress beim Entscheiden zu vermeiden, ist es hilfreich Optionen als diese zu betrachten, überhaupt eine Entscheidung zu treffen und auch immer den Bauch mit einzubeziehen. Na dann, kann doch gar nichts mehr schief gehen. Tja, wenn das mal so einfach wäre. Ich glaube wir können uns einig sein, meine Erkenntnisse sind alle schön und gut, aber die Umsetzung nicht unbedingt so leicht. Da gehört sicher etwas Übung dazu. Das sehe ich auch so. Zudem nehmen die Erkenntnisse auch nicht unbedingt die Angst vor dem Entscheiden. Sehe ich ein. Allerdings haben wir noch nicht über meine letzte und meiner Meinung nach wichtigste Erkenntnis gesprochen, die meine vorher beschriebenen Aspekte in ein anderes und leichteres Licht rückt. Klar, es kann immer passieren, dass eine Entscheidung nicht das gezielte Ergebnis bringt. Klar, kann es sein, dass man hinterher feststellt, dass die andere Option, vielleicht doch eher für uns gewesen wäre. Ja, na und? Wir sind noch am leben! Wir haben die Möglichkeit eine Entscheidung rückgängig zu machen oder einen ganz anderen Weg einzuschlagen. Mit jeder Entscheidung verändern wir die Ausgangsposition und eröffnen uns neue Möglichkeiten. Entscheidungen sind nicht zwangsläufig endgültig, wir können immer versuchen, das beste aus einer Situation zu machen. Ja, auch im Regen können wir tanzen!

Schreib mir gerne, wie du mit Entscheidungen umgehst. Entweder hier oder gerne auch direkt per Mail

Eure Nathalie

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