Alle Jahre wieder

DSCN0208

Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter? 

Die Texte kennen wir alle und fast jeder liebt sie zur Weihnachtszeit. Jedes Jahr zur gleichen Zeit werden sie wieder herausgekramt. Auch die ganz Kleinen kennen sie, so dass wir dieses Wissen von Generation zu Generation weitergeben können. Dadurch entstehen Traditionen. Aber natürlich sind nicht nur die Liedtexte Teil unserer Weihnachtstradition. Zu unseren Traditionen gehören unter anderem auch der Weihnachtsbaum, die Geschenke, ein Adventskalender oder/und ein Adventskranz.  Diese Liste lässt sich sicher noch ewig erweitern. Es gibt viele Dinge, die eine Tradition sein können. Und das nicht nur an Weihnachten.

Einmal ist Zufall, zweimal ist Wiederholung und ab dem dritten Mal ist es eine Tradition.

Traditionen stellen eher das Gegenteil von Veränderung und Umbruch dar. Sie sind eher statisch und gleichbleibend. Ich finde das ehrlich gesagt sehr erfrischend. Traditionen geben uns Halt, erden uns und vermitteln uns ein Gefühl der Sicherheit und der Kontrolle. Immerhin wird eine Tradition erst zu einer Tradition, wenn eine Begebenheit sich mehrfach in der gleichen Weise wiederholt. Mein Verlobter sagt immer „Einmal ist Zufall, zweimal ist Wiederholung und ab dem dritten Mal ist es eine Tradition.“ So hat sich in unserem Freundeskreis beispielweise ein Adventsfrühstück etabliert, welches immer bei dem gleichen Paar Zuhause stattfindet. Dieses Jahr bereits zum vierten Mal in Folge, allerdings dieses Jahr jeder bei sich Zuhause per Videokonferenz. Also definitiv bereits eine Tradition, die wir auch in Zeiten von Corona fortführen.  Naja, und wenn man weiß, dass etwas bestimmtes zu einer bestimmten Zeit passiert, kann man sich darauf einstellen, dafür planen und Vorfreude empfinden. Auch wenn es dieses Jahr etwas anders stattfindet als sonst, ist es doch immer noch unser Adventsfrühstück mit den selben Personen, wie jedes Jahr. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Der meditative Anker der Vorfreude und Planung 

In einer Welt, in der sich gerade alles rasant verändert und in der Dinge sich unserem Einfluss entziehen, sind Traditionen ein wichtiger Anker. Sie können uns dabei helfen Zeiten zu überstehen, in denen unsere Famosität aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, weil äußere Umstände nicht so sind, wie wir sie uns vorstellen. Gerade, wenn sich viel verändert, sind wir damit beschäftigt mitzuhalten und uns neue Verhaltensweisen und Muster anzulegen, die uns dabei helfen mit der neuen Situation besser umzugehen. Wir wissen alle, das kann ganz schön anstrengend sei und kann viel Energie in Anspruch nehmen.  Mit Traditionen verbinden wir in der Regel positive Emotionen, so dass wir ihnen entgegenfiebern. Dadurch symbolisieren sie ein Licht am Ende des Tunnels für uns, denn wir wissen, dass wir in absehbarer Zeit wieder etwas Schönes erleben. Je nachdem was für eine Tradition gerade ansteht und erlebt wird, kann sie uns auch helfen, wieder den Blick für das Wesentliche zu finden und zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Neben der Vorfreude spielt auch Planung eine große Rolle. Die meisten Traditionen haben wir schon häufig erlebt und kennen ihren Ablauf ziemlich gut. Dadurch wissen wir genau, was wann, wie und wo gemacht werden muss, damit es so ist, wie es immer ist. Diese Planung gibt uns Sicherheit, da wir wissen „So haben wir es immer gemacht, also machen wir es wieder so.“ Denn so hat es ja auch die Jahre davor gut funktioniert. Wir wissen also mit ziemlicher Sicherheit, was passiert. Und das ist manchmal auch gut so. Überraschungen sind zwar schön und gut, wenn aber das gesamte Leben aktuell mehr oder weniger aus Überraschungen besteht, ist so ein bisschen Beständigkeit auch mal nicht verkehrt. Darüber hinaus haben Vorbereitung und Planung für eine Tradition für mich persönlich auch etwas Meditatives. Da ich ja genau weiß, wie es ablaufen soll und was ich benötige, brauche ich bei der Vorbereitung nicht viel nachdenken und kann mich ganz der Aufgabe widmen. Dadurch kann ich meinen Geist auf etwas fokussieren, das ich kenne und mir vertraut ist. Ablenkung bieten uns Traditionen also auch.

Wenn nötig: Schaff dir deine eigenen famosen Traditionen.

Durchaus gibt es Traditionen, die nicht unbedingt Vorfreude und Glücksgefühle hervorrufen. Für die ein oder andere mag Weihnachten einfach nur ein Graus sein. Auch das ist doch dann irgendwie eine Tradition, oder? Nein, aber mal ernsthaft. Nur weil eine Tradition eine Tradition ist, heißt es nicht, dass man zwangsläufig an ihr festhalten sollte. Wie bei allem gilt auch für Traditionen: tu nur das, was dir auch gut tut. Wenn dir die Schlemmerei an Weihnachten ein Verdruss ist, dann lass es sein. Koch etwas, was deinen Vorstellungen entspricht und schmeckt. Probiere doch jedes Jahr ein neues Rezept aus oder wechselt euch in der Familie mit dem Kochen ab. Auch das kann durchaus eine Tradition sein. Nur weil wir etwas schon immer so gemacht haben, muss es für dich nicht richtig sein. Versuche die Traditionen für dich zu finden, die du gerne wiederholen möchtest. Dann wirst du Vorfreude empfinden, kannst dich voll und ganz der Planung hingeben und dich durch die Tradition erden lassen.

Und was ist, wenn es nicht die Tradition gibt, die dir gefällt? Na ganz einfach: Schaff dir deine eigene famose Tradition.

Ich freue mich von dir zu hören, welche Traditionen du liebst? Was bedeuten Traditionen für dich? Schreib gerne hier einen Kommentar oder schick mir direkt eine Email.

Eure Nathalie

Schreibe einen Kommentar